Technologiepark Lavanttal, Wettbewerbsbeitrag

Der Technologiepark versteht sich als identitätsstiftender Ortsteil von St. Paul, in dem Innovation und das landschaftliche Erbe des Stiftes sichtbar zusammenfinden. Eine wellenförmige Dachlandschaft verbindet die einzelnen Baukörper zu einer markanten Campussilhouette, während Sichtbeziehungen zum historischen Kloster konsequent freigehalten werden. Das transparente Atrium bildet die öffentliche Mitte und verknüpft Arbeit und Begegnung räumlich miteinander.
Das Erschließungskonzept priorisiert Fuß- und Radverkehr, sodass PKW-Stellplätze an der Peripherie konzentriert bleiben und das Campusinnere weitgehend autofrei ist. Der 22,5 m breite Schutzstreifen der Gasleitung wird als Grünzäsur zwischen den Bauabschnitten BA01 und BA02 inszeniert, während der Schutzbereich der 380-kV-Freileitung sinnvoll für Parken und Freizeitnutzung integriert wird.
Architektonisch prägt ein filigraner Ingenieurholzbau aus Brettschichtholz und CLT das Ensemble, ergänzt durch Holzlamellen an den Fassaden und ein parametrisches Dachtragwerk mit integrierten Photovoltaik- und Beschattungselementen. Die begrünten Dachflächen werden zu hochwertigen Aufenthaltsbereichen, und großzügige Glasfassaden verbinden Innenraum und Landschaft zu einer fließenden Einheit.
Die Erdgeschosszone öffnet den Campus mit Gastronomie, Kindergarten und Shared Spaces zur Gemeinde hin. Der Nutzungsmix gliedert sich in 50 % Büro- und Bildungsflächen sowie jeweils 25 % Labore und Werkstätten und schafft so ein produktives Umfeld für Wissenstransfer und angewandte Forschung.
Das Freiraumkonzept folgt den Zielen von Klima-Aktiv GOLD: Magerwiesen, Retentionsflächen und Biotope ermöglichen die vollständige Versickerung auf Eigengrund, während Großbäume Beschattung und Biodiversität sichern.
Wirtschaftlich gliedert sich das rund 9,5 Hektar große Areal in acht Baufelder, die einem durchgehenden Raster von 4,05 × 4,05 m folgen. Die Holzmodulbauweise erlaubt Gebäude mit bis zu sieben Geschossen, wobei der erste Bauabschnitt als Prototyp die konstruktiven und gestalterischen Prinzipien für die gesamte Arealentwicklung definiert.
Mirek Claßen
Michelangelo Zaffignani