Altstoffsammelstelle Mittleres Rheintal, Wettbewerb 1. Preis

© Zaffignani Architektur

Ort und Architektur.
An der Schnittstelle von L 190 und L 203, dort wo Hang und Talsohle aufeinandertreffen, übernimmt der lineare Baukörper des Altstoffsammelzentrums gemeinsam mit der Tankstelle eine Torfunktion für Götzis. Beide Bauten teilen dieselbe Grammatik – horizontale Dachscheibe, vertikale Tragstruktur, Auflösung der Wand zugunsten der Konstruktion –, interpretieren sie jedoch unterschiedlich: filigranes Stabwerk gegenüber massiver Scheibentektonik aus sägezahnartig versetzten Betonwandscheiben. Ein weitspannendes Holzdach aus BSH-Trägern mit transluzenter Polycarbonat-Eindeckung überspannt die Halle, sorgt für blendfreies Tageslicht und verleiht dem Gebäude trotz seiner Dimension Leichtigkeit. Ein transluzenter Kubus nimmt Bürgeroffice und Sozialräume auf.

Betrieb und Erschließung.
Die Anbindung erfolgt über eine vierte Kreisverkehrsausfahrt mit 200 m mehrspuriger Staufläche. In der Halle regelt ein Einbahnsystem mit Durchgangs- und Haltespuren den Ablauf. Herzstück ist die überdachte Sägezahnrampe mit 11 Containerstellplätzen, um 1,50 m erhöht für ergonomische Befüllung von oben. Grünmüll, Winterdienst und Parkierung sind im Außenraum zoniert; die Topografie bleibt erhalten, eine Mulde übernimmt die Retention.

Ökologie.
Langlebigkeit, recyclierbare und nachwachsende Materialien, Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung sowie vollständige Versickerung auf Eigengrund. Eine Rüttelstopfverdichtung sichert die Gründung im torfhaltigen Untergrund.

Wettbewerb.
Der Wettbewerbsbeitrag entstand in Arbeitsgemeinschaft und konstruktiver Zusammenarbeit mit Beate Nadler-Kopf. Im Juryprotokoll steht zu lesen: Die präzise Setzung des schlanken, linearen Baukörpers als straßengeleitendes Element, spannt einen qualitätvollen, wohldefinierten Außenraum auf, der eine klare Lesbarkeit im Landschaftsraum erzeugt. Dabei prägend ist das Zusammenspiel aus filigranen, auf die Geometrie der Sägezahnrampe abgestimmten Betonscheiben und dem darüber auskragenden, sich zu den Stirnseiten hin elegant verjüngenden Holzdach. Es entsteht ein bestechend elegantes Bild, das mit der dynamischen Wahrnehmung vorbeifahrender Passanten interagiert.

Der präzise, gestalterische Leitgedanke verbindet das Projekt mit der gegenüberliegenden, denkmalgeschützten Tankstelle, schafft einen klaren Bezug und verleiht beiden Gebäuden eine gemeinsame Identität. Dank der bewussten topografischen Absenkung im Bereich der nördlich situierten Rampe gelingt es, die Container dem direkten Blickfeld von der Straße zu entziehen und das Erscheinungsbild der Gesamtanlage beruhigt zu vermitteln.

Überzeugen kann das Projekt außerdem durch seine lineare, interne Organisation, die sich als übersichtlich, effizient und klar strukturiert erweist. Die konsequente Längsorientierung (Einfahrt an der Ostfassade – Ausfahrt an der Westfassade) nutzt das Grundstück optimal aus und weist einen ressourcenschonenden Flächenverbrauch und Flächenversiegelungen auf. Sowohl im Innen- als auch im Außenbereich überzeugt die Zufahrt durch eine problemlose Verkehrsführung und eine saubere, konfliktfreie Trennung der unterschiedlichen Funktionen. Ein weiterer betrieblicher Vorteil liegt in der vollkommen autarken Nutzung der Salzsilos, die auch außerhalb der regulären Betriebszeiten reibungslos gewährleistet ist …

Wettbewerb
1. Preis
Auslober
Gemeindeverband ASZ Mittleres Rheintal
Team ARGE
Beate Nadler-Kopf
Matthias Eberle
Michelangelo Zaffignani

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