Wettbewerb Zech Fenster Götzis, 1. Preis

Planet Z.

Ein Fenster ist mehr als eine bauliche Öffnung für Licht und Luft. Es ist ein Übergang, eine Grenze zwischen Innen und Außen, zwischen Gegensätzen wie hell und dunkel, warm und kalt, laut und leise. Entscheidend ist nicht seine Form, sondern das, was es sichtbar macht.

Dieses Gebäude versteht sich selbst als Fenster. Es ist kein Objekt mit Fenstern, sondern ein architektonisches Fenster an sich. Der Besucher blickt durch das Gebäude hindurch; der Übergang zwischen Außenraum und Innenraum bleibt bewusst fließend. Es ist nicht eindeutig, ab wann man das Gebäude betritt – Innen und Außen überlagern sich.

Der Baukörper organisiert sich um einen Innenhof, der in den Vorplatz übergeht. Die innenliegenden Fensterflächen fungieren als Schaufenster: Der Besucher betritt den Hof und bleibt zugleich im Außenraum, während die Schauräume visuell erlebbar werden. Räume greifen ineinander, Ebenen verschmelzen.

Das Gebäude thematisiert das Fenster ganzheitlich. Wahrnehmung und Blick werden zum zentralen Motiv. Die Botschaft ist klar: Hier befindet sich ein kompetenter Ansprechpartner für Fenster und Fassade. Durch einen spielerischen Umgang mit diesem Thema wird das Fenster zur Fassade, die Fassade zum Gebäude – und das Gebäude zum Fenster in eine andere Welt.

Das Intelligent Windows Center wird zu Planet Z: ein eigenes Universum rund um das Thema Fenster. Die Architektur weckt Neugier und zieht Besucher durch ihre Eigenständigkeit an.

Die Gestaltung der Fassade leitet sich aus der abstrakten Grundrissstruktur ab. Eine metallische Gebäudehülle mit rautenförmigem Muster bildet ein prägnantes Erscheinungsbild. In den Schnittflächen entstehen regelmäßige Öffnungen, die als Fenster oder Lichtpunkte fungieren und die Fassade zu einem unverwechselbaren Ikon machen.

Im Inneren setzt sich das Spiel mit Licht fort: Weiße Flächen werden durch gezielte Farbakzente in Kern, Möblierung und Beleuchtung ergänzt und erzeugen eine ruhige, harmonische Atmosphäre.

An der Westseite öffnet sich das Gebäude zur Medienfassade. Eine zweischalige Glasfassade aus mattem Glas dient als Projektionsfläche für Licht und Medieninhalte. Hier können je nach Anlass Informationen, Inszenierungen oder künstlerische Beiträge gezeigt werden. In wechselnden Intervallen interpretieren Künstler das Thema Fenster neu – die Fassade wird zum sichtbaren kulturellen und kommunikativen Träger.

Der Vorplatz bleibt bewusst offen und großzügig, um dem Gebäude Raum zu geben und die Hauptfassade gut sichtbar zu halten. Bei Veranstaltungen dient er als Treff- und Aufenthaltsort. Für den Individualverkehr stehen 27 unterirdische Stellplätze zur Verfügung; bei größeren Events sind kooperative Parklösungen mit benachbarten Betrieben vorgesehen.

Wettbewerb
1. Preis, ex aequo
Auslober
Zech Fenster, Götzis
Architektur
konrad klostermann
benjamin miatto
josef truog
michelangelo zaffignani
Jahr
2006
© Zaffignani Architektur GmbH
Walgaustrasse 31/4, 6837 Weiler
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